Rethymno ist Kretas drittgrößte Stadt und liegt an der Nordküste zwischen Heraklion (80 km östlich) und Chania (60 km westlich). Anders als diese beiden Städte hat Rethymno seine venezianische Altstadt nahezu vollständig erhalten — enge Gassen, Minarette, kunstvoll geschnitzte Holzbalkone und ein lebendiger Hafen, der sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat. Rethymno ist kein Badeort, auch wenn sich unmittelbar östlich des Zentrums ein 12 km langer Sandstrand erstreckt. Es ist eine echte griechische Stadt mit Universität, aktivem Hafen und rund 40.000 Einwohnern. Diese Kombination aus Geschichte, Alltagsleben und Strandnähe macht Rethymno auf Kreta zu einem Erlebnis, das sich grundlegend von einer gewöhnlichen Pauschalreise unterscheidet.
Rethymnos Altstadt: venezianische und osmanische Schichten
Die Altstadt von Rethymno ist der Hauptgrund, hierher zu reisen. Von 1204 bis 1646 stand die Stadt unter venezianischer Herrschaft, und die hinterlassene Architektur ist dicht und gut erhalten: Loggien, Brunnen, gemeißelte Torbögen und eine Festung, die noch immer das Kap über dem Hafen dominiert. Nach 1646 fügte die osmanische Herrschaft Minarette hinzu und wandelte mehrere Kirchen in Moscheen um — so entstand ein hybrides Stadtbild, das auf der ganzen Insel einzigartig ist. Das Gesamtbild ist das einer kleinen, gut zu Fuß erkundbaren Stadt, in der fast jede Straße etwas bietet, das einen Moment der Aufmerksamkeit verdient.
Die Altstadt lässt sich ohne festen Plan erkunden. Die Gassen zwischen Hafen und Fortezza sind Fußgängerzonen oder verkehrsberuhigt, und die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in maximal 15 Gehminuten voneinander entfernt. Planen Sie mindestens einen halben Tag ein; ein voller Tag inklusive Fortezza und einem Museum ist angenehm und realistisch.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß:
- Rimondi-Brunnen (1626): Ein venezianischer Brunnen mit Löwenkopf-Wasserspeiern auf dem Petichaki-Platz im Herzen der Altstadt. Noch immer in Betrieb und ein nützlicher Orientierungspunkt beim Durchstreifen der Gassen.
- Nerantzes-Moschee: Ursprünglich in der venezianischen Zeit als Kirche Santa Maria erbaut, nach 1646 zur Moschee umgewandelt. Das Minarett ist erhalten und kann gegen eine kleine Gebühr bestiegen werden — steile Treppe, schöner Blick über die Dächer und das Meer. Heute dient das Gebäude als Konzerthalle.
- Venezianische Loggia: Eine rechteckige Arkade aus dem 16. Jahrhundert an der Arkadíou-Straße — eines der besterhaltenen Beispiele auf Kreta. Heute beherbergt sie ein Geschäft mit Museumsreprodukten.
- Venezianischer Hafen und Leuchtturm: Der Innenhafen ist klein und flach und beherbergt Fischer- und Freizeitboote. Der ägyptisch erbaute Leuchtturm am Hafeneingang stammt aus dem 19. Jahrhundert und gehört zu den meistfotografierten Bauwerken Kretas.
Die Hafenrestaurants sind die sichtbarsten Einkehrmöglichkeiten in der Gegend, aber auch die teuersten und touristischsten. Die Straßen einen Block dahinter — besonders Arabatzoglou und Vernardou — bieten besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und mehr einheimisches Publikum.
