Die Kreta-Invasion: Was im Mai 1941 geschah
Die Kreta-Invasion (20. Mai – 1. Juni 1941) war die erste groß angelegte Luftlandeoperation in der Militärgeschichte. Deutschland startete die Operation Merkur und setzte über 22.000 Fallschirmjäger ein, um drei strategisch wichtige Flugplätze zu erobern: Maleme, Rethymno und Heraklion. Die alliierten Verteidiger — Briten, Australier, Neuseeländer und Griechen — umfassten rund 40.000 Soldaten.
Der erste Tag war für Deutschland katastrophal: Über 1.800 Fallschirmjäger wurden getötet, viele noch vor der Landung. Doch am zweiten Tag ermöglichte Verwirrung im alliierten Kommando den Deutschen, den Flugplatz Maleme zu verstärken. Dieser eine taktische Fehler entschied den Ausgang der Schlacht. Am 1. Juni 1941 war Kreta gefallen. Rund 18.000 alliierte Soldaten wurden von der Royal Navy aus Sfakia an der Südküste evakuiert; etwa 12.000 wurden zurückgelassen und gefangen genommen.
Gesamtverluste: über 6.700 Deutsche (darunter 2.000 gefallene Fallschirmjäger), über 3.500 gefallene oder verwundete Alliierte sowie erhebliche Verluste unter der Zivilbevölkerung — kretische Widerstandskämpfer und ganze Dörfer wurden während der Besatzung von 1941 bis 1945 massiven Vergeltungsaktionen ausgesetzt.
Kreta im Zweiten Weltkrieg: Die wichtigsten Stätten
Die bedeutendsten Kriegsstätten Kretas aus dem Zweiten Weltkrieg konzentrieren sich auf die Region Chania (Westkreta), wo die entscheidende Schlacht um den Flugplatz Maleme stattfand. Heraklion und Rethymno haben jeweils eigene Museen und Gedenkstätten.
- Deutscher Soldatenfriedhof Maleme — 16 km westlich von Chania an der Küstenstraße E75. Hier ruhen 4.465 Gefallene, darunter die Fallschirmjäger, die beim Kampf um Höhe 107 ihr Leben ließen. Eintritt frei, täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet. Höhe 107 war die strategisch entscheidende Anhöhe, deren Verlust die Niederlage der Alliierten besiegelte.
- Commonwealth-Kriegsgräberstätte Souda Bay — 4 km östlich von Chania, nahe dem Marinestützpunkt. 1.497 Gräber britischer, australischer, neuseeländischer und griechischer Soldaten, betreut von der Commonwealth War Graves Commission. Eintritt frei.
- Kreta-Kriegsmuseum Heraklion — Doukos-Beaufort-Straße 9, Stadtzentrum. Eintritt ca. 4 €. Zeigt die Invasion von 1941 anhand von Waffen, Fotografien, Uniformen und Originaldokumenten. Sonntags geschlossen.
- Kriegsmuseum Askifou — Dorf Askifou, Weiße Berge, 55 km südlich von Chania. Privatsammlung mit über 5.000 lokal gefundenen Artefakten aus dem Zweiten Weltkrieg. Eintritt ca. 3 €.
- Denkmal am Flugplatz Maleme — Straßenmarkierung im Dorf Maleme (16 km westlich von Chania) an der Stelle, an der die Entscheidung am zweiten Kampftag fiel.
Der alliierte Rückzug: Imbros-Schlucht und die Evakuierung von Sfakia
Eines der greifbarsten Zeugnisse der Kreta-Kriegsgeschichte ist die alliierte Rückzugsroute. Nach dem Fall von Chania marschierten Tausende Soldaten nach Süden durch die Weißen Berge und stiegen durch die Imbr